Ausgefülltes Beispiel: Feld für Feld
Unsere fiktive Bewerberin Lena Muster, 29, sucht eine 2-Zimmer-Wohnung:
- Name, Geburtsdatum, aktuelle Anschrift: vollständig, so wie im Ausweis.
- Telefon / E-Mail: eine Nummer, unter der du tagsüber erreichbar bist.
- Beruf / Arbeitgeber: „Projektmanagerin, Beispiel GmbH, unbefristet, seit 03/2022“. Probezeit beendet? Dann ruhig dazuschreiben.
- Nettoeinkommen: „3.050 € netto/Monat“ – das Netto laut Gehaltsabrechnung, ohne einmalige Boni.
- Einziehende Personen: „1 Erwachsene, keine Kinder“.
- Haustiere: „keine“ – Kleintiere wie Fische musst du in der Regel nicht angeben, Hund oder Katze schon.
- Mietrückstände / Räumungsklagen / Insolvenz: „Nein“ – nur wahrheitsgemäß ankreuzen.
Was du weglassen darfst
Nach Auffassung der Datenschutzbehörden sind manche Fragen in der Selbstauskunft unzulässig. Du musst sie nicht beantworten:
- Religion, Parteizugehörigkeit, Mitgliedschaft im Mieterverein
- Kinderwunsch, Schwangerschaft, sexuelle Orientierung
- Vorstrafen ohne Bezug zum Mietverhältnis
- Bankverbindung und Kontostand vor Vertragsabschluss
Lass das Feld einfach leer oder schreib „keine Angabe“. Mehr dazu in der Übersicht zur Mieterselbstauskunft.
Die 5 häufigsten Ausfüllfehler
- Brutto statt netto angeben – fällt beim Abgleich mit der Gehaltsabrechnung sofort auf.
- Unterschrift vergessen – ohne Unterschrift wirkt die Auskunft unfertig.
- Mitbewohner nicht aufführen – alle Erwachsenen, die einziehen, gehören rein.
- Handschrift unleserlich – füll das Formular digital aus, wie hier.
- Bewusst falsche Angaben bei zulässigen Fragen – das kann den Vermieter später zur Anfechtung oder Kündigung berechtigen.
Welche Nachweise du zum Muster beilegst
Die Selbstauskunft allein reicht selten. Typisch dazu:
- Gehaltsabrechnungen der letzten drei Monate
- SCHUFA-Auskunft
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vom aktuellen Vermieter
- Ausweis zum Vorzeigen – eine Kopie darf der Vermieter nach Auffassung der Datenschutzbehörden nicht verlangen
Alles zusammen ergibt deine Bewerbungsmappe.
Häufige Fragen
Gibt es ein offizielles Muster der Mieterselbstauskunft?
Nein, es gibt kein amtliches Formular. Vermieter, Verbände und Portale nutzen eigene Vorlagen. Wichtig ist, dass die üblichen Angaben enthalten sind und du unterschreibst.
Soll ich das Einkommen brutto oder netto angeben?
Netto. Vermieter rechnen in der Regel mit dem Nettoeinkommen und vergleichen es mit der Warmmiete.
Muss ich die Selbstauskunft handschriftlich ausfüllen?
Nein. Ein digital ausgefülltes PDF ist üblich und besser lesbar. Unterschreiben kannst du ausgedruckt oder digital.
Was passiert bei falschen Angaben?
Lügst du bei einer zulässigen Frage, kann der Vermieter den Mietvertrag in der Regel wegen arglistiger Täuschung anfechten oder kündigen. Bei unzulässigen Fragen gilt das nach herrschender Meinung nicht.
Wie viele Seiten sollte die Selbstauskunft haben?
Eine bis zwei Seiten reichen. Nachweise kommen als Anlagen dazu, nicht in das Formular selbst.