So funktioniert eine Mietkautionsbürgschaft
Du schließt mit einem Anbieter einen Vertrag ab. Der Anbieter stellt eine Bürgschaftsurkunde aus, die du deinem Vermieter übergibst. Der Vermieter hält dann statt Bargeld ein Zahlungsversprechen in Höhe der Kaution in der Hand.
- Hast du bei Auszug Mietschulden oder Schäden hinterlassen, fordert der Vermieter das Geld direkt beim Anbieter an.
- Der Anbieter zahlt und holt sich den Betrag anschließend von dir zurück. Die Bürgschaft ist also kein Versicherungsschutz für dich, sondern nur eine Vorfinanzierung.
- Viele Anbieter-Bürgschaften sind „auf erstes Anfordern“ formuliert. Dann zahlt der Anbieter in der Regel zuerst und streitet erst danach mit dir über die Berechtigung.
Was dich die Kautionsbürgschaft wirklich kostet
Anbieter verlangen eine jährliche Gebühr, meist berechnet als Prozentsatz der Kautionssumme. Rechne vor dem Abschluss selbst nach:
- Gebühr × Jahre der geplanten Mietdauer – bei langen Mietverhältnissen kann die Summe in die Nähe der Kaution selbst kommen.
- Eine Barkaution bekommst du (abzüglich berechtigter Forderungen) inklusive Zinsen zurück, die Bürgschaftsgebühren nicht.
- Achte auf Mindestlaufzeiten, Abschlussgebühren und darauf, ob die Gebühr weiterläuft, bis der Vermieter die Urkunde zurückgibt (das ist bei vielen Anbietern so).
Sinnvoll ist die Kautionsbürgschaft vor allem, wenn du kurzfristig Liquidität brauchst, etwa weil deine alte Kaution noch nicht zurück ist.
Muss der Vermieter die Bürgschaft akzeptieren?
In der Regel nein. Steht im Mietvertrag eine Barkaution, darf der Vermieter auf Geld bestehen. Kläre die Kautionsbürgschaft deshalb vor der Unterschrift und lass sie im Mietvertrag festhalten.
Gesetzlich gilt für Wohnraum: Alle Sicherheiten zusammen dürfen höchstens drei Nettokaltmieten betragen (§ 551 BGB). Eine Kautionsbürgschaft plus zusätzliche Barkaution über diese Grenze hinaus ist daher unzulässig.
Kautionsbürgschaft oder Elternbürgschaft?
Das sind zwei verschiedene Dinge, die oft verwechselt werden:
- Kautionsbürgschaft: ersetzt die Kaution, ein Anbieter bürgt gegen Gebühr.
- Elternbürgschaft: zusätzliche Sicherheit für die laufende Miete, Eltern oder andere Personen bürgen kostenlos. Typisch für Studierende, Azubis und Berufseinsteiger.
Wenn dein Problem nicht die Kaution, sondern dein Einkommen ist, hilft dir die Kautionsbürgschaft nicht. Dann erstelle eine Elternbürgschaft mit unserer Vorlage und lege sie deiner Bewerbungsmappe bei.
Häufige Fragen
Bekomme ich die Gebühren für die Kautionsbürgschaft zurück?
Nein. Die jährlichen Gebühren sind der Preis für die Bürgschaft und werden nicht erstattet – anders als eine Barkaution, die du nach Auszug zurückbekommst.
Wie werde ich die Kautionsbürgschaft wieder los?
In der Regel endet sie erst, wenn der Vermieter die Original-Bürgschaftsurkunde an den Anbieter zurückgibt. Willst du während der Mietzeit wechseln, zahlst du die Kaution bar ein und bittest den Vermieter im Gegenzug um Rückgabe der Urkunde.
Brauche ich für die Kautionsbürgschaft eine gute SCHUFA?
Meist ja, denn der Anbieter trägt ein Ausfallrisiko und prüft deine Bonität. Wie du deine eigene Auskunft bekommst, steht unter SCHUFA für Vermieter.
Zahlt das Jobcenter die Kaution, wenn ich Bürgergeld bekomme?
Das Jobcenter kann die Mietkaution in der Regel als Darlehen übernehmen, wenn der Umzug genehmigt bzw. die neue Wohnung angemessen ist. Beantrage das vor der Unterschrift unter den Mietvertrag.
Kann der Vermieter Kautionsbürgschaft und Elternbürgschaft gleichzeitig verlangen?
Verlangt er beides, gilt die Grenze von drei Nettokaltmieten für alle Sicherheiten zusammen. Bieten deine Eltern die Bürgschaft dagegen freiwillig an, um dir die Wohnung zu ermöglichen, gilt diese Grenze nach der Rechtsprechung in der Regel nicht.